Bürgerinitiative: "No Fracking" im Erdgasfeld Völkersen

Bürgerinitiative: "No Fracking" im Erdgasfeld Völkersen

Stoppt Fracking!

Kein Fracking, auch nicht in der konventionellen Erdgasförderung!

Beweislastumkehr

In Schadensfällen muss eine Beweislastumkehr zugunsten der Geschädigten verfügt werden.

Keine Verpressung von Lagerstättenwasser!

Dezentrales Reinigen des Lagerstättenwassers an den jeweiligen Erdgasförderstellen.

Kein abfackeln!

Nutzung von geschlossenen Systenen, bei denen Schadstoffe gefiltert werden können.

BI No-Fracking für Völkersen - aktuell - 03.02.2012


Hallo Mitstreiter und Interessierte der Bürgerinitiative (BI) "No-Fracking",

eine wichtige Terminänderung vorab:

Die nächste Infoveranstaltung der Bürgerinitiative "No-Fracking" verschiebt sich auf Freitag, 24. Februar 2012, 19.00 Uhr im Landgasthaus "Alter Krug" in Völkersen.

Unser Referent für diesen Abend ist Jörn Krüger, ein absoluter Fachmann rund um das Thema Gasförderung und die dabei entstehenden Probleme.

Hier nun der Bericht unseres Treffens am 31. Januar mit Vertretern von RWE Dea, den wir auch an die Presse weitergeben.



Druck auf RWE hält weiter an

Der Umweltskandal im Zusammenhang mit dem giftigen Lagerstättenwasser, das bei der Gasförderung im Landkreis Verden anfällt, beschäftigt seit vielen Wochen die Bevölkerung. Auch beim 3. Treffen der Bürgerinitiative "No-Fracking Völkersen" mit Vertretern der RWE Dea auf dem Betriebsplatz in Schülingen, versuchten die Sprecher Thomas Vogel und Andreas Noltemeyer sowie weitere Mitstreiter mehr Informationen über das Ausmaß und die Hintergründe der Umweltschädigung zu erfahren. Ziel ist es die Öffentlichkeit über die Fakten zu informieren.

Seit Wochen untersuchen zwei Gutachter mit ihren Teams das 22 km lange Leitungsnetz, durch das benzolhaltiges Lagerstättenwasser von verschiedenen Erdgasförderstellen zur Verpressbohrung nach Scharnhorst gepumpt wird. Dort wird es in ca. 1.300 m Tiefe am Rande des Trinkwasserschutzgebietes verpresst.

Die Vermutung hat sich verfestigt, dass das hochgiftige Benzol im Laufe der Jahre durch die Kunststoff-Rohre nach außen ins Erdreich und ins Grundwasser dringt. Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass die verwendendeten PE-Rohre von Anfang an, ungeeignet waren. Ein Gutachten des TÜVs auf dem Jahre 1997, dass der Bürgerinitiative vorliegt, mahnte schon damals an, dass eine Langzeituntersuchung zur Bestätigung der Eignung erforderlich sei. Diese Prüfung wurde allem Anschein nach nicht durchgeführt, aus Sicht der Bürgerinitiative ein unverantwortliches Handeln. Außerdem gibt es seit Jahren doppelt beschichtete Rohre (innen PE, umhüllt mit Aluminium-außen als Schutz Polypropylen), die den Belastungen sicher besser standgehalten hätten. Wurden diese aus wirtschaftlichen Gründen nicht verwendet?

Die Messungen der Gutachter haben ergeben, dass in der nahen Umgebung aller bisher beprüften Leitungen mehr oder weniger hohe Benzolwerte im Grundwasser gemessen wurden. Als Tendenz lässt sich allerdings feststellen, dass die Werte mit der Entfernung vom Bohrplatz, bis auf einige noch unerklärliche Ausnahmen, Richtung Schülingen abnehmen. Grundsätzlich kann man sagen, das die Abschnitte der Rohrstrecke, die im oberflächenahen Grundwasser liegen, hohe Werte aufweisen, während an trockenen Standorten im Erdreich bisher geringe oder keine Belastungen gemessen wurden. Hier fanden sich Benzolanhaftungen lediglich an den Rohren selbst.

Ein völlig neues Thema der Besprechnung war die Schadstoffbelastung durch das Abfackeln des Gases an den Bohrplätzen. Bei dieser Methode "Gas Flaring" zum Reinigen der Bohrung werden neben dem Gas auch die mitgeförderten Giftstoffe (Benzol, Quecksilber etc.) verbrannt. Angeblich wurden, nach Aussage von RWE Dea, noch nie Luftmessungen beim Abfackeln durchgeführt. Diese Aussage sorgte für ungläubiges Kopfschütteln unter den BI-Delegierten, da gerade im Hinblick auf die Diskussion über eine erhöhte Krebsrate im Umfeld der Erdgasförderung, die RWE ein Interesse daran haben sollte, diese Vermutung zu entkräften.

Andreas Noltemeyer machte seinem Unmut Luft, indem er die Infopolitik der RWE deutlich kritisierte. Bei den Gesprächsterminen machten die RWE-Vertreter immer wieder einen uninformierten Eindruck. Man wiegele ab, müsse Fragen klären, wisse nichts genaues und spiele mit dem Faktor Zeit. Die Internetseite der RWE Dea www.bürgerinfo-voelkersen.de, so Noltemeyer, sei eine bessere Werbeplattform ("... wie sauber ist Lagerstättenwasser").

Die Grundstückseigentümer sollen laut RWE, individuell über Messwerte informiert werden, nachdem Inge Vogel eindringlich auf diese Notwendigkeit hinwies. Eine öffentliche Präsentation, wie zuerst angekündigt, könne, so die RWE-Pressesprecherin, nach juristischer Prüfung aus Datenschutzgründen nicht erfolgen. Nun wurde aber bekannt, dass bereits ein Treffen aller Landbesitzer entlang der Leitung 951 für den 6. Februar geplant ist. Thomas Vogel wurde von einigen Landwirten eingeladen, um die Gruppe zu unterstützen.

Auf Unverständnis stieß auch der von Bürgermeister Andreas Brandt angesprochene neue Antrag auf Errichtung einer neuen Bohrstelle in Schülingen, die dann horizontal, unterirdisch bis Völkersen führen soll, sowie die dafür vorher notwendigen seismischen Messungen.

Die beiden, mit der Benzolverseuchung und Sanierung beschäftigten Geologen Dr. Hanno Paetsch und Dr. Nils-Christian Lund erklärten, dass sich die Untersuchungen und die Gefahrenabschätzungen noch bis zum späten Sommer hinziehen werden. Erst dann könne mit der Sanierung begonnen werden. Nach ihrer Aussage kann es nur ein Ziel geben: "Die Rohre müssen entfernt und das Land muss so wieder hergestellt werden, wie es vor dem Unfall war". Der nächste Gesprächstermin ist für den 28. Februar geplant.

Grüsse und allen ein schönes Wochenende, I. Vogel


Kontakt: pferdia tv, Thomas Vogel, Hehrenwiese 8, 27299 Langwedel-Völkersen, Tel. 04232-931033, E-Mail: no-fracking@hotmail.de


Wichtig!

Schlichtungsstelle

Die niedersächsische Schlichtungsstelle Bergschaden mit Sitz in Rotenburg/Wümme ist im Amt.

Anmerkungen und Kritik zur Studie

Nachhaltiger Umgang mit Lagerstättenwasser aus der Erdgasförderung der RWE Dea AG in Niedersachsen

Gerd Landzettel – im August 2014

Eine Geschichte darüber, wie meine Vorstellung vom „sauberen Energieträger Erdgas“ von der Realität eingeholt wurde.

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